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Familie

Familie hat im Leben von Frauen und Männern einen hohen Stellenwert, begleitet sie uns doch das ganze Leben. In unserer Gesellschaft hat sie als Lebensform Vorrang und ist im Grundgesetz als schützenswert verankert.

Wie Familie aussieht, hat sich allerdings in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Die „Hausfrauenehe“ der 50 und 60er Jahre existiert immer weniger, heute sind Berufsausbildung und Erwerbsarbeit für Frauen selbstverständlich. Nur noch zwei Drittel aller Haushalte in Deutschland bilden Paar- beziehungsweise Familienhaushalte. Über 20 Prozent aller Familien sind Alleinerziehendenhaushalte, im Land Bremen sogar ein Drittel. Auch die Familiengesetzgebung hat sich angepasst. Seit 1977 gilt das partnerschaftliche Familienmodell und die gemeinsame Sorge für die Kinder, seit 2008 verlangt das Unterhaltsrecht nach der Scheidung sofort oder in absehbarer Zeit die eigene Existenzsicherung. Der Familienbegriff der ZGF greift diesen Wandel auf und umfasst daher die Zwei-Eltern-Familie, die Alleinerziehenden-Familie und Lebenspartnerschaften (hetero- und homosexuell) mit Kindern.

In der gesellschaftlichen Realität hat sich dennoch bislang keine wirkliche Alternative „zum traditionellen Leitbild des männlichen Alleinernährers“ herausgebildet. „Weder in der Politik noch in den Rollenbildern der Bevölkerung“ ist „ein neues gleichermaßen dominantes Modell männlicher und weiblicher Lebensläufe getreten“, stellt der Erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung 2011 fest. Dieses schlägt sich in der Rollenaufteilung der Familienarbeit oder Sorgearbeit nieder: Immer noch sind Frauen überwiegend bis allein verantwortlich. Selbstverständlich wird davon ausgegangen, dass sie die Doppelrolle in Familie und Erwerbsarbeit ausfüllen können und wollen. Gesellschaftlich findet das zwar hohe Anerkennung, es drückt sich aber nicht in der Bezahlung, Absicherung für das Alter, in der Erwerbswelt aus.

Die Zentralstelle tritt dafür ein, dass diese Doppelbelastung verringert wird, dass Frauen und Männer gleichermaßen die Familienarbeit übernehmen und Unternehmen mit familienfreundlicher Personalpolitik die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen. Sie setzt sich dafür ein, dass die Rollenmodelle für Frauen und Männer neu diskutiert werden und Alternativen gelebt werden können. Zudem vertritt sie die Möglichkeit für Frauen, eine eigenständige Existenzsicherung zu erreichen, und arbeitet an der Vision, dass Familienarbeit, Sorgearbeit und bürgerschaftliches Engagement denselben geldwertigen Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen wie Erwerbsarbeit. Dies würde für die ZGF einer wirklichen Gleichstellungspolitik in Deutschland entsprechen.