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Alleinerziehende

In Deutschland und auch im Land Bremen gibt es immer mehr Ein-Eltern-Familien. 20 Prozent aller Familien im Jahre 2012 waren alleinerziehend, im Land Bremen sogar 32,5 Prozent. Etwa 90 Prozent aller Alleinerziehenden sind Frauen.

Die besondere Lebenssituation von Alleinerziehenden ist oftmals prekär und unter anderem gekennzeichnet durch:

  • hohe Belastung: Berufstätigkeit, eigene Aus- oder Schulbildung, Zeit und Zuwendung für die Kinder, Haushalt, Behördengänge und die Sicherstellung der finanziellen Ressourcen müssen bei Alleinerziehenden innerhalb eines engen Zeitrahmens Platz finden.

  • überdurchschnittlich häufige Erwerbstätigkeit: 68 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland arbeiten, in Bremen sind es 59 Prozent.

  • häufiger Arbeitslosengeld II-Bezug: 40 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland sind auf Arbeitslosengeld II angewiesen, als einzigen Unterhalt oder als Zusatzleistung zum Erwerbseinkommen. In Bremen müssen 50 Prozent der Alleinerziehenden ALG II beziehen.

  • lange Erwerbslosigkeit: 68 Prozent der erwerbslosen Alleinerziehenden sind länger als zwei Jahre in dieser Situation. Einer der Gründe hierfür ist, dass 66 Prozent von ihnen keinen Berufsabschluss besitzen.

  • hohes Armutsrisiko: 34 Prozent aller alleinerziehenden Familien in Deutschland sind arm.

  • schwieriger Zugang zu Beschäftigung: Alleinerziehende sind bei ihrer Erwerbsarbeit überwiegend mit Teilzeitangeboten und häufig mit Lohndiskriminierungen konfrontiert.

  • Benachteiligung im Steuersystem: Die Vorteile des Ehegattensplittings fallen für Alleinerziehende mit nur einem Einkommen weg.

  • mangelnde Ausbildung: Viele der unter-25-Jährigen Alleinerziehenden laufen durch mangelnde (Aus-) Bildung Gefahr, dauerhaft auf ALG II angewiesen zu sein.

 

Die Ursachen für die oftmals prekäre Situation von Alleinerziehenden sind strukturell bedingt und auf die in der Gesellschaft weiterhin fehlende Einsicht zurückzuführen, dass die Ein-Eltern-Familie inzwischen eine normale Familienform geworden ist.

Die Zentralstelle setzt sich daher dafür ein, dass auf Bundes- und Landesebene strukturelle Veränderungen erfolgen: Individualbesteuerung statt Ehegattensplitting, Ausbau der Kindertagesbetreuung, eigenständige Grundsicherung für Kinder, Absicherung und Ausbau arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen für Alleinerziehende, bessere Möglichkeiten für Bildungsabschlüsse, Angebote für familienfreundliche Arbeitszeiten sind einige Forderungen der ZGF.

Um eine verbesserte Lebenssituation von Alleinerziehenden und ihren Kindern zu erreichen, arbeitet die Zentralstelle in verschiedenen Netzwerken und Gremien in Bremen und Bremerhaven mit, gibt Informationen für Alleinerziehende heraus und beteiligt sich an Fachtagungen. Sie wirkt auf Kammern und Ämter, Fachleute und BeraterInnen ein, damit sie die speziellen Bedarfe von Alleinerziehenden einbeziehen.