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Frauen und Mädchen mit Behinderung - Gewaltschutz

Frauen und Mädchen mit Beeinträchtigung sind um ein vielfaches mehr von Gewalt betroffen als Frauen und Mädchen ohne Beeinträchtigung. Sie sind wegen ihrer Beeinträchtigung und der damit verbundenen Lebensbedingungen besonders verletzbar, unter anderem, weil sie im Alltag mehr auf andere Menschen angewiesen sind. Gewaltschutz und Unterstützungsangebote müssen darauf abgestimmt sein: Dies reicht vom barrierefreien Zugang bis zur Erweiterung der Konzepte bestehender Angebote. Diese werden dem noch nicht gerecht.

Frauen mit Behinderung sind mehrfach diskriminiert. Darüber hinaus bewirken Herkunft, Alter, Religion, Sexualität oder soziale Lage im Zusammenspiel mit Behinderung neue Diskriminierungslagen. Daraus müssen spezifische Antidiskriminierungs- und auch Fördermaßnahmen resultieren.

Die rechtlichen Grundlagen sind klar formuliert: Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) weist darauf hin, „dass es notwendig ist, bei allen Anstrengungen zur Förderung des vollen Genusses der Menschenrechte und Grundfreiheiten durch Menschen mit Behinderungen die Geschlechterperspektive einzubeziehen“. Im Bremischen Behindertengleichstellungsgesetz (BremBGG) ist verankert, dass „…die besonderen Belange behinderter Frauen zu berücksichtigen und bestehende Benachteiligungen zu beseitigen“ sind. Dabei soll „durch besondere Maßnahmen die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von behinderten Frauen gefördert und bestehende Benachteiligungen abgebaut, verhindert oder beseitigt werden.“ (§ 7)

Die ZGF setzt sich hier auf unterschiedlichen Ebenen ein: Zum einen engagieren wir uns dafür, den Gewaltschutz auch hier strukturell zu verankern. Ein erster Schritt wurde mit dem Bremer Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK gemacht. Seit dem Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes 2017 müssen in Werkstätten Frauenbeauftragte gewählt werden, die sich für die Anliegen der Frauen einsetzen. Die ZGF setzt sich für eine gute Umsetzung ein.

An anderer Stelle geht es darum, Leitlinien zur Prävention und Intervention bei Gewalt zu entwickeln und Fachleute aus den unterschiedlichen Arbeitsbereichen für die Lebenslagen und besonderen Anforderungen zu sensibilisieren.

Die ZGF steht hier im Austausch mit anderen Ressorts, mit dem Landesbehindertenbeauftragten und mit freien Trägern und Einrichtungen.

Ansprechpartnerin:

Margaretha Kurmann

Gewalt gegen Frauen und Mädchen