Sie sind hier:

SEXUALISIERTE GEWALT

Etwa jede siebte Frau ab 16 Jahren hat in Deutschland sexualisierte Gewalt erlebt. Das zeigt eine vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene, repräsentative Befragung (2004). In dem meisten Fällen sind die Täter Männer, häufig aus dem persönlichen Umfeld. Frauen erleben sexualisierte Gewalt aber auch am Arbeitsplatz oder in der Ausbildung. In vielen Fällen bleibt der Täter/die Täterin ungestraft.

Was ist sexualisierte Gewalt?

Sexualisierte Gewalt umfasst jede Form einer sexuellen Handlung, die gegen den Willen einer Person geschieht. Dazu zählen auch sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung, sexuelle Übergriffe, zum Beispiel unter Einfluss von K.O.-Tropfen, und der sexuelle Missbrauch an Kindern.

Die Opfer werden tiefgreifend in ihrer körperlichen und seelischen Integrität verletzt, mit körperlichen und seelischen Folgen.
Oft wird auch der Begriff „sexuelle Gewalt“ verwendet, um das Beschriebene zu benennen. Der Unterschied: Der Begriff „sexualisierte Gewalt“ macht deutlich, dass es nicht um Sexualität geht, sondern dass Gewalt und Macht ausgeübt werden.
 

Wie ist die Gesetzeslage?

Die Gesetzeslage hat sich mit der Reform des Sexualstrafrechts 2016 in Deutschland geändert. Seit dem 1. November 2016 ist es strafbar (§ 177, Strafgesetzbuch), wenn sich der Täter oder die Täterin über den erkennbaren Willen des Opfers hinwegsetzt, im Klartext: Nein heißt nein. Auch die sexuelle Belästigung wie das „Grapschen“ ist seither strafbar. Dies stellt eine lange von Frauenverbänden geforderte Verbesserung der Gesetzeslage dar.

Zuvor lag eine sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung rechtlich nur dann vor, wenn eine Person durch Gewalt, Androhung von Gewalt oder unter Ausnutzung einer schutzlosen Lage genötigt wurde, sexuelle Handlungen zu erdulden.

Was zu tun ist

Die verbesserte Gesetzeslage ist das eine – die Verurteilungsquote bei Sexualstraftaten das andere. Hier hat das Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung Bremen (IPoS) 2015 ein eklatantes Missverhältnis im Land Bremen aufgezeigt. Dies hat vielfältige Ursachen. Die ZGF setzt sich auf Landesebene dafür ein, dass weitere Maßnahmen zum Gewaltschutz und zur effektiven Strafverfolgung umgesetzt werden.

Zur Arbeit der ZGF gehört darüber hinaus, über sexualisierte Gewalt aufzuklären, Hilfseinrichtungen fachlich zu unterstützen, weitere Maßnahmen des Gewaltschutzes in Bremen und Bremerhaven politisch einzufordern und in die Öffentlichkeit zu tragen: Sexualisierte Gewalt ist nicht akzeptabel.
Die ZGF arbeitet dabei mit anderen Institutionen und Initiativen zusammen. In Bremerhaven leitet sie zudem den kommunalen Arbeitskreis gegen sexuelle Gewalt an Kindern (anerkannt nach Kinder- und Jugendhilfegesetz §78).

Informationen und Hilfe für Betroffene

An wen kann ich mich wenden, wenn ich sexualisierte Gewalt erlebt habe? Wie erstatte ich Anzeige, mit welchen Folgen? Welche Einrichtung oder Beratungsstelle kann mich im Laufe eines Verfahrens unterstützen? In Bremen und Bremerhaven gibt es Fachstellen, die sich auskennen und weiterhelfen. Einen Überblick und weitere Informationen sind auf unserer Seite www.gewaltgegenfrauen.bremen.de zusammengefasst.