Sie sind hier:

Internet - alles nur Spaß?[COUNTER VERSTECKT]

Gefällt uns nicht! Online-Dossier zu Sexismus und Gewalt im Internet

Dossier zum Thema bei den frauenseiten.bremen

Surfen, Kontakte knüpfen, chatten, bloggen – all dies tun Frauen und Mädchen mit Leidenschaft und Spaß ebenso wie Männer. Allerdings sind die Erfahrungen, die sie im Internet machen, nicht nur gute. Die
Geschlechterverhältnisse spiegeln sich in der Online-Welt getreulich wider. Sexismus in all seinen Formen ist dort ebenso zu finden wie im realen Leben. Gewaltphantasien gegenüber Frauen und Mädchen, frauenfeindliche Kommentare oder persönliche Beleidigungen können sich im Schatten der Anonymität ungehindert im Netz breitmachen. Hier finden sich gewaltverherrlichende und anzügliche Kommentare und Beleidigungen, die selbst an Stammtischen nur noch selten von Angesicht zu Angesicht geäußert würden.

Anlässlich des Internationales Tages gegen Gewalt an Frauen hat die frauenseiten-Redaktion 2011 gemeinsam mit der Bremischen Gleichstellungsstelle ein Dossier zusammengestellt, der sich mit Sexismus im Internet beschäftigt.

Viele engagierte Frauen sind mit unangenehmen, aggressiven oder gar Angst einflößenden Beiträgen in Foren, Blogs oder Sozialen Netzwerken konfrontiert. Wenn Frauen und Mädchen offen mit ihren persönlichen Daten umgehen, müssen sie mit ungebetenen anzüglichen Reaktionen rechnen. Oft werden diese als Einzelfälle von kranken Machos heruntergespielt. Handelt es sich tatsächlich nur um Ausreißer? Oder ist es ein Phänomen, das weiter verbreitet ist als wir denken?

Im Vorfeld haben wir eine Online-Befragung unter Frauen und Mädchen durchgeführt und haben nach Belästigung und Frauenfeindlichkeit im Internet gefragt. Sie hat interessante Ergebnisse zutage gefördert. Eine Auswertung findet sich im Text "Internet – ist doch nur Spaß?".

Der Beitrag "Magst du geil reden?" beschreibt den Selbstversuch einer Praktikantin, die sich als 14-jährige "BallerinaAlina" in einem Chat anmeldete und dort schockierenden Erfahrungen gemachen musste. Sehr schnell und unmissverständlich wurde sie zu sexuellen Handlungen aufgefordert. Wer Zweifel an der Authentizität hegen sollte: wir haben Screenshots angefertigt.

Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit der Rolle von Frauen in Computerspielen, die oft auf die sexuellen Fantasien von Männern reduziert sind.

Es geht in diesem Special keineswegs nur darum, die Missstände aufzuzeigen. Wir wollen auch zeigen, wie Frauen sich schützen können und wo Mädchen und Eltern Rat und Hilfe bekommen, auch online. Einige Artikel geben dazu viele konkrete Tipps und Anregungen.

Gefällt uns nicht!

Der sorgsame Umgang mit den persönlichen Daten ist wichtig und muss insbesondere den jungen Nutzerinnen als Medienkompetenz zum Beispiel in Schule und Jugendarbeit vermittelt werden. Aber persönlicher Schutz es ist nur eine individuelle Maßnahme. Wir halten es für notwendig, dass Gewalt im Internet stärker ins öffentliche Bewusstsein rückt und geächtet wird. Mit diesem Special wollen wir dazu beitragen.

Nicht selten reagieren Frauen auf Anmache und Belästigung genervt, aber resigniert: "Wegklicken und abhaken" oder "So ist es eben im Netz, damit müssen wir leben." Müssen wir das? Es wird Zeit, dass wir frauenfeindliche Erfahrungen im Internet öffentlich machen, darüber reden und uns dagegen wehren. Ein Beitrag beschäftigt sich mit Webseiten, Blogs und Netzwerken von Feministinnen, die das Internet nutzen, um sich engagiert gegen Diskriminierung zur Wehr setzen.

Hier geht es zum Dossier "Gefällt uns nicht".

Noch Fragen?

Ansprechpartnerin für den Themenbereich "Gewalt gegen Frauen und Mädchen" ist

Silke Ladewig-Makosch

Gewalt gegen Frauen und Mädchen