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Make Werbung Great Again: Plakataktion gegen sexistische Werbung startet in Bremen

Motiv kommt von Studierenden der Universität Bremen

Plakat mit dem Titel: Make Werbung great again, , gif, 6.0 KB

Stadt Bremen. Make Werbung great again, dazu eine stilisierte Trump-Tolle – dieses Motiv gegen sexistische Werbung wird in den kommenden zwei Wochen an rund 120 Bremer Werbewänden in ganz Bremen plakatiert. Studierende der Universität Bremen haben das Motiv entworfen. Das Medienunternehmen Ströer stellt seine von der Stadt gepachteten Werbeflächen für das Projekt zur Verfügung.

Studierende am Lehrstuhl für innovatives Markenmanagement (LiM) hatten sich im Rahmen eines Kooperationsseminars mit der Ströer-Gruppe mit Werbung beschäftigt, die Frauen oder Männer auf ihre Sexualität reduziert oder herabwürdigend darstellt. Anlass ist der Beschluss des Bremer Senats vom April, sexistische Werbung schnell von öffentlichen Flächen zu entfernen. Die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) fungiert in diesem bundesweit ersten Verfahren als Beschwerdestelle und war vom Vermarkter Ströer eingeladen worden, das Thema zur Aufgabe des Seminars zu machen. Rund 20 Studierende haben in den vergangenen Wochen verschiedene Plakat-Entwürfe zur Botschaft „sexistische Werbung – nein danke“ erarbeitet. Die ZGF durfte entscheiden, welches Motiv öffentlich werden soll.

Anspruchsvolle Aufgabe für studentische Werbeagenturen

„Uns war es wichtig, die Botschaft der ZGF gerade auch auf unseren Werbeträgern zu transportieren, gegen die sich ja eigentlich das Augenmerk richten soll. Diesen aber nur scheinbaren Widerspruch überzeugend zu überwinden, war das spannende an dieser anspruchsvollen Aufgabe der studentischen Werbeagenturen“, stellen Rüdiger Storim und Bernd Sonnemann von Ströer heraus. „Die Studierenden haben tolle Ideen entwickelt, wie wir Bremerinnen und Bremer dafür sensibilisieren können, sexistische Werbung nicht hinzunehmen“, resümiert Landesfrauenbeauftragte und ZGF-Leiterin Ulrike Hauffe, „wir konnten zwischen zahlreichen innovativen Ideen auswählen, was uns wahrlich nicht leichtgefallen ist. Wir sind sehr beeindruckt, wie kreativ die Studierenden die doch eher sperrige Botschaft ‚sexistische Werbung – nein danke‘ umgesetzt haben und danken der Firma Ströer und dem LiM, dass sie uns diese Möglichkeit eröffnet haben.“

Alltagssexismus ist ein Thema

„Die Idee mit Trump hatten wir ganz zum Schluss“, berichtet Vanessa Strauch, die gemeinsam mit Larissa Ochs, Gerrit Schüler, Julia Großmann, Henry Wolter, Stella Yudicheva und Lu Zhao mehrere Bildmotive, darunter auch das Trump-Motiv, entwickelt hatte, „wir haben uns gefragt, was denn gerade aktuell ist in Sachen Sexismus – da war schnell klar: der amerikanische Präsident.“ Alltagssexismus auf der Straße und auch in sozialen Netzwerken sei durchaus ein Thema für sie, berichtet die 22-Jährige für die Gruppe, „aber mehr so in der Art, dass wir das zwar wahr-, aber auch hingenommen haben.“ Sie alle seien definitiv sensibler für sexistische Darstellungen in der Werbung geworden, erklärt die BWL-Master-Studentin, „was vorher bei einigen eher ein unbewusstes Hinnehmen oder Unbehagen war, haben wir durch die Auseinandersetzung mit sexistischer Werbung nun sehr viel klarer vor Augen – und das wird unserer weiteren Arbeit sicher zugute kommen.“

Repräsentative Befragung folgt

Während der Laufzeit des Plakats bis zum 26. Juni befragen die Studierenden des Seminars Bremerinnen und Bremer, ob ihnen das Plakat aufgefallen und die Botschaft angekommen sei. Die Ergebnisse der repräsentativen Befragung werden im Rahmen einer Pressekonferenz am 4. Juli in der Bremischen Bürgerschaft präsentiert.

Weitere Informationen zum Thema: Sexistische Werbung