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Bremer Fraueneinrichtungen müssen gestärkt werden

Landesfrauenbeauftragte zum Equal Pay Day

„Frauen werden in unserem Land nach wie vor schlechter für ihre Arbeit bezahlt als Männer. Besonders gravierend ist, dass sich trotz hinlänglich bekannter Ursachen dieser ungerechte Zustand nur langsam bis gar nicht verändert“, so Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm aus Anlass des heute (17. März) stattfindenden Equal Pay Days, des Aktionstages gegen ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen. Während im Bundesdurchschnitt Frauen 20 Prozent weniger als Männer verdienen und die Entgeltlücke damit im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt kleiner geworden ist, liegt sie in Bremen wieder bei 23 Prozent und damit bei dem Wert von 2017 (Quellen: Statistisches Bundesamt, Statistisches Landesamt).

Strukturelle Unterfinanzierung geht zu Lasten der Beschäftigten

Die Bremer Landesfrauenbeauftragte lenkt in diesem Jahr den Blick auf die Bremer Frauen*- und Mädchen*einrichtungen, die sich als Bündnis gemeinsam für eine bessere und verlässlichere Finanzierung ihrer Arbeit einsetzen. „Die Arbeit der Frauen*- und Mädchen*einrichtungen ist für die Menschen in den Stadtteilen und fürs Gemeinwesen von sehr hohem Wert. Allerdings arbeiten die Mitarbeiterinnen vielfach entweder außerhalb von tarifgebundener Bezahlung oder sie haben – im Gegensatz zu den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes – seit Jahren keine Gehaltserhöhung mehr erhalten“, so Bettina Wilhelm. „Es darf nicht sein, dass Frauen, die für Frauen und Mädchen arbeiten, selbst in unzureichend finanzierten Stellen und häufig unter Tarif arbeiten“. Die strukturelle Unterfinanzierung gehe zu Lasten der Beschäftigten, die häufig nur dank hoher Motivation und großen Engagements die Angebote aufrecht erhalten können. Mangels fehlender Verlässlichkeit in Form einer auskömmlichen Sockelfinanzierung müssen viele Projekte beantragt werden, vielfach jedes Jahr aufs Neue. Das bindet Arbeitskraft. „Projektfinanzierung sollte der Entwicklung von Modellprojekten und Modellansätzen vorbehalten bleiben und nicht zur Regelförderung werden, wie es leider bei vielen Einrichtungen der Fall ist“, so die Landesfrauenbeauftragte.

Regelbetrieb muss verlässlich und ausreichend gesichert sein

Sie fordert „Faire Arbeit“ für die Beschäftigten der Bremer Frauen*- und Mädchen*einrichtungen: „Der Regelbetrieb einer Einrichtung muss verlässlich gesichert werden, wozu auch eine kontinuierliche Anpassung der Gehälter und Sachkosten gehört. Nur so können wir sicher sein, dass die Teams in den Frauen*- und Mädchen*einrichtungen ihre Aufgaben erfüllen und neue Bedarfe wie Zielgruppen auch in Zukunft erkennen und mit weiterentwickelten Konzepten spezifisch erreichen.“. Die finanzielle Ausstattung der Einrichtungen dürfe nicht von Ressortzuständigkeiten abhängen, so Bettina Wilhelm abschließend: „Was wir hier brauchen, sind ressortübergreifende einheitliche Förderkriterien.“