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Sexistische Werbung? Nein danke!

Bilanz: ZGF ist seit einem Jahr Beschwerdestelle für sexistische Werbung in Bremen

ZGF-Kampagne gegen sexistische Werbung

33 Beschwerden über Werbemotive sind bei der ZGF eingegangen, seit vor einem Jahr der Bremer Senat das Verfahren zum Umgang mit sexistischer Werbung auf öffentlichen Flächen beschlossen hat. Die Beschwerden, die vor allem von Frauen, aber in einigen Fällen auch von Männern kamen, richteten sich gegen insgesamt 21 Motive.

Sieben dieser Motive waren keine Plakatmotive, sondern Aufkleber, frauenfeindliche Exponate oder auch Wahlwerbung, die grundrechtlich geschützt ist. "Bleiben also noch 14 Motive, und von diesen 14 wurden unter dem Strich zwei abgehängt", erläutert Landesfrauenbeauftragte und ZGF-Leiterin Bettina Wilhelm, "das mag nicht viel erscheinen, aber hierbei ist zu berücksichtigen, dass das beschlossene Verfahren nur für Flächen der Stadt und des Landes Bremen gilt, nicht aber für private Flächen. Zudem haben wir nicht in jedem Fall die Auffassung geteilt, dass das Motiv sexistisch sei. Dass zwei Motive schnell und entschlossen entfernt wurden, zeigt, dass das Verfahren funktioniert. Und dass sich 33 Bürgerinnen und Bürger an uns wenden, deutlich mehr als in den Jahren zuvor, ist ein deutliches Zeichen, dass diskriminierende Werbung nicht mehr einfach hingenommen wird", fasst Wilhelm zusammen.

Witzig geht ohne herabwürdigend - alles andere ist nicht witzig!

Bilder von Frauen und Männern in Medien und in der Werbung wirken, betont Bettina Wilhelm, "und formen Normen in den Köpfen, ganz besonders auch von Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist es so wichtig, dass Werbemotive klischeefrei sind und weder Frauen noch Männer herabwürdigen." Das habe nichts mit Zensur zu tun, so Wilhelm auf einen Einwand, der häufig aus der Werbebranche erhoben wird, "witzig oder augenzwinkernd geht auch ohne herabwürdigend, alles andere ist nämlich nicht witzig."

Mehr zum Bremer Verfahren finden Sie hier

Bremen ist bislang das einzige Bundesland mit einem derartigen Verfahren zum Entfernen sexistischer Werbung, aber es gibt in zahlreichen Städten Initiativen, die in die gleiche Richtung gehen, sowie auf EU-Ebene die Initiative "EU-Plattform für Städte ohne Sexismus"