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Tschüss Body Mass Index - hallo Fa(t)shionista! Magda Albrecht liest in Bremen

Plädoyer für ein politisches wie genussvolles Leben

Auf dem Foto ist Magda Albrecht zu sehen., jpg, 34.9 KB
Magda Albrecht (Foto: Hans Scherhaufer)

Big is beautiful, dafür steht und wirbt Magda Albrecht mit ihrem neuen Buch "Fa(t)shionista - rund und glücklich durchs Leben". Am Dienstag, 26. Juni, kommt sie auf Einladung der ZGF nach Bremen und liest ab 18.00 Uhr im Wall-Saal der Zentralbibliothek (Eintritt frei). Die Feministin, Journalistin und politische Bildnerin ist schon lange eine Größe in der Netz-Community, die Schlankheitswahn und dem Hinterherhecheln unerreichbarer Körperbilder etwas entgegensetzen: ein bewusstes, politisches und genussvolles Leben. Wie hart der Weg dorthin war, wie schwer Dicke es heute haben und welche Vorurteile für sie zum Alltag gehören - und was dagegen hilft, all das zeichnet Magda Albrecht in ihrem politisch pointiert wie unterhaltsamen geschriebenen Neuling nach. Hier lesen Sie einen kleinen Vorgeschmack auf ihre Lesung am 26.6.: Vier Fragen an Magda Albrecht.

Was ist für Sie persönlich das Spannendste an Ihrem Buch?

[Fett;Magda Albrecht:]Spannend finde ich, dass ich in "Fa(t)shionista" autobiographische Erinnerungen mit politischen Perspektiven und wissenschaftlichen Erkenntnissen verbinden konnte. Das ist für ein Sachbuchformat nicht unbedingt typisch. Ich teile zwar einerseits sehr persönliche Anekdoten, versuche diese aber auch zu kontextualisieren: Die Erfahrungen mit meinem Körper sind zwar selbstverständlich individuell und persönlich, aber da Dicksein eben auch ein politisches und wissenschaftliches Thema ist, ist es sinnvoll, all diese Ebenen auch anzusprechen.

Was konkret muss passieren, damit die Diskriminierung von Dicken aufhört?

In vielen gesellschaftlichen Bereichen muss etwas passieren: Das fängt im Kleinen an bei herabwürdigenden Sprüchen, geht über diskriminierende Erfahrungen im Gesundheitsbereich, beim Sport oder im Arbeitsleben. Konkret bin ich der Überzeugung, dass der Body Mass Index nicht mehr als Indikator für Gesundheit und Krankheit verwendet werden sollte. Diese Formel kann nie die Komplexität menschlichen Lebens einfangen.

Was sagen Sie einem Mädchen, das andere Kinder dick findet und sich selbst auch?

Ich würde mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen und einerseits vermitteln, dass Körper sehr unterschiedlich sind und auch unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse haben - und das auch völlig okay ist - und ich würde andererseits über Mobbing sprechen. Es ist nicht in Ordnung, wenn Kinder sich gegenseitig auf Grund von Äußerlichkeiten beschämen und hänseln.

Was sagen Sie den dicken Kindern?

Dicke Kinder würde ich in ihrer körperlichen Selbstbestimmung stärken und ihnen vermitteln, dass Körpervielfalt gesellschaftliche Realität ist. Strenge Diäten sind für Kinder und Jugendliche absolutes Gift. Egal, ob dick oder dünn: Für alle Kinder sollte gelten, dass ihnen vorurteilsfrei entgegengetreten wird und sie beim Sport, Kochen und in der Schule Unterstützung erhalten und keine herabwürdigenden Sprüche oder Idealvorstellungen entgegen gebracht werden, wie ein Kind zu sein hat.

Weitere Informationen zu Magda Albrecht und Ihrem Buch lesen Sie hier.