Sie sind hier:

Gendersensible Sprache: Eigene Handreichung für Bremer Vewaltung

Lang gefordert, jetzt geliefert: Tipps, Hinweise und Nachdenkenswertes zum Umgang mit gendersensibler Sprache für Beschäftigte der Bremer Vewaltung

Druckfrisch: Die neue Handreichung
Druckfrisch: Die neue Handreichung für eine gendersensible Sprache (Foto: ZGF)

Vorweg: Wer klare Ansage sucht in der kurz vor Weihnachten erschienenen "Handreichung gendersensible Sprache in der Bremer Verwaltung", wird nicht fündig werden. Wer hingegen Tipps und Möglichkeiten sucht, in seiner Amtssprache nicht nur Männer, sondern Frauen und Transpersonen gleichermaßen anzusprechen, findet hier eine Vielfalt von Angeboten, Erklärungen, Hinweisen und Vorschlägen. Das im Aus- und Fortbildungszentrum angedockte Kompetenzteam Bürger:innenservice und Kommunikation hat gemeinsam mit dem Finanzsenator auf 20 Din-A-4-Seiten eine umfangreiche Sammlung vorgelegt, wie gendersensibel formuliert werden kann - und sollte. Dass gendergerechte Sprache zu verwenden ist, gilt für die Bremer Verwaltung bereits seit dem letzten Jahrhundert. Wie genau das gehen kann, wurde seither oft nachgefragt. Und obwohl es bereits eine Vielzahl von Handreichungen anderer Kommunen, Hochschulen oder weiterer Institutionen gibt, wurde eine eigene Bremer Version vermisst. Diese Lücke wurde nun geschlossen.

Genderstern, Gender-Unterstrich - oder was? Gender-Doppelpunkt!

Spannend: Statt des bislang weit verbreiteten Gendersterns, durch den alle Menschen angesprochen werden sollen, die sich in der Binarität von Mann und Frau nicht verorten, empfiehlt die Bremer Handreichung den Gender-Doppelpunkt. Der ist zwar noch wenig bekannt und verwendet. Aber er bietet eine höhere technischen Zugänglichkeit: So ist er für Vorleseprogramme für sehbehinderte Menschen besser geeignet, weil diese Programme an der Stelle des Doppelpunkts eine kleine sprachliche Unterbrechung machen. Genderstern und Gender-Gap, der Unterstrich, werden hingegen mitgelesen. Somit stellt der Gender-Doppelpunkt die beste Möglichkeit dar, barrierefrei gendersensibel zu formulieren. Allerdings ist das kein Muss, das stellen die Autor:innen der Handreichung ausdrücklich klar: "Das Kompetenzteam Bürger:innenservie und Kommunkation sieht an dieser Stelle allerdings von einer eindeutigen Empfehlung ab, da die Diskussion um Genderstern oder Gender-Doppelpunkt auch zwischen blinden und sehbehinderten Menschen derzeit kontrovers geführt wird und noch nicht am Ende ist."

Die Handreichung gendersensible Sprache in der Bremer Verwaltung finden Sie hier, im Transparenzportal der Freien Hansestadt Bremen.