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Der Elterntag ist die Zukunft!

Kommentar der Landesfrauenbeauftragten zum Muttertag

Foto der Landesfrauenbeauftragten Bettina Wilhelm

Statt je einen Mutter- und einen Vatertag zu feiern, sollte es besser einen Elterntag geben, der darauf aufmerksam macht, dass Kindererziehung ein Partnerschaftsprojekt ist. Gleichstellung erreichen wir nur, wenn die Last der unbezahlten Sorgearbeit auf beide Eltern-Schultern gerecht verteilt ist. Frauen leisten in der Woche rund neun Stunden mehr unbezahlte Arbeit als Männer. In der Zeit putzen, waschen, kochen sie beispielsweise und betreuen die Kinder oder pflegen Angehörige. Zeit, die ihnen an anderer Stelle fehlt: insbesondere für den Beruf sowie die Karriere und somit für ihre wirtschaftliche Absicherung. Denn Minijobs, Teilzeit und Berufsunterbrechungen wirken sich negativ auf die Aufstiegschancen und die Rente aus und sind Gründe, warum Frauen häufiger von Altersarmut betroffen sind.

Keine guten Perspektiven also. Da helfen auch keine Blumen und Pralinen zum Muttertag. Insbesondere dann nicht, wenn Mütter an den 364 verbleibenden Tagen den Drahtseilakt zwischen Beruf und Familie alleinverantwortlich meistern müssen. Nicht verwunderlich also, dass immer mehr Frauen sich gegen ein oder weitere Kinder entscheiden und die Geburtenrate in Deutschland auf einem historischen Tiefstand angelangt ist. Das liegt zwar auch daran, dass die zahlenmäßig kleineren Geburtsjahrgänge in die Familiengründungsphase kommen, doch es gibt weitere Gründe: Die Last der Sorgearbeit und die damit verbundenen (beruflichen) Einschränkungen zählen dazu, aber auch die fehlende Unterstützung und Wertschätzung für Menschen mit Kindern durch den Staat. So wurde das Elterngeld seit 20 Jahren nicht mehr erhöht und im Land Bremen fehlt es beispielsweise an einer verlässlichen und in den Randzeiten angebotenen Kinderbetreuung. Ein Elterntag könnte den Fokus darauf richten!

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